© Andri Pol
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"Maisons bleues", 2006

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Andri Pols Fotografien haben eines gemeinsam: sie erzählen uns alle eine Geschichte, bei der die Menschlichkeit im Mittelpunkt steht. In seiner Gesamtheit gleicht das Werk des Fotografen demjenigen des Anthropologen. Durch unscheinbare Einzelheiten lässt er uns “den Anderen” entdecken, der gleichzeitig ganz nah und doch so fern ist.
Die Bilder, die er uns gibt, sind weder fugenlos noch beliebig. Ob er uns auf eine Entdeckungsreise zur verborgenen Seite einer Schweizer Postkarte mitnimmt oder in die Kulissen des Lebens der Sumoringer, der lebendigen japanischen Götter, Andri Pol versteht es, uns zu überraschen. Dank wirkungsvollen Bildausschnitten und einer Meisterschaft des “entscheidenden Momentes” wirken seine Fotografien zuweilen wie inszeniert. Der Künstler liebt es, mit Klischees und Traditionen zu spielen, indem er ein Detail hervorhebt oder den Blick auf die sonst verborgene Rückseite lenkt.
Durch das Enthüllen des Sandkorns, das die Maschinerie der Welt, die soeben noch gut geschmiert erschien, ins Stocken gebracht hat, ermöglicht uns Andri Pol einen anderen Blick. Zwischen Schatten und Licht ist seine Sicht der Wirklichkeit von Humor und Spott gefärbt. Seine Bilder erhalten dadurch einen spielerischen Charakter, ohne in Leichtsinnigkeit und Oberflächlichkeit zu verfallen. Der Betrachter wird von Andri Pols Serien in einen erzählerischen Strudel gezogen und beginnt plötzlich von alleine, den kleinen Bruch, die Verschiebung, die zweite Stufe zu suchen. (Carine Steiner)


Andri Pol (1961, Bern) absolvierte nach der Matura eine Ausbildung zum Zeichnungslehrer an der Schule für bildende Kunst in Luzern. Danach studierte er Fotografie am Londoner Royal College of Art. Zurzeit arbeitet er als freischaffender Fotograf für Magazine wie Geo, Stern, Neon, Zeit Magazin, Das Magazin oder National Geographic. Seit 2001 ist Andri Pol Fotograf und Bildredaktor von Geo Schweiz. 2006 erschien das Buch Grüezi – Seltsames aus dem Heidiland, welches ein exotisches Bild der Schweiz zeichnete. 2008 illustrierte er das Werk SCIENCEsuisse der wissenschaftlichen Welt unseres Landes. Das Erscheinen seines neusten Buches Where is Japan im Steidl Verlag ist Zeugnis seines diesjährigen Schaffens. www.andripol.com
 

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