© Charles Fréger
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"Empire", 2004-2007, "Hereros" 2007, "Orange Order", 2008

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Die Porträts von Charles Fréger zeigen den Körper oft frontal, in stehender Position, als Ganz- oder Halbporträts. Er erreicht damit eine «Neutralität ihres Ausdruckes». Mittels einer transparenten Lichtführung wird er der jeweiligen Hautbeschaffenheit und ihrer Textur gerecht. Seine porträtierten uniformierten Menschen erinnern durch ihren frontalen Anblick an Porträtdarstellungen aus dem Mittelalter oder der Renaissance. Charles Fréger kann - an Stelle der Hinterfragung von Gesellschaftsnormen - Gegensätze und Widersprüche der Betroffenen aufzeigen, die durch das Tragen von Uniformen unterstrichen oder erst ermöglicht werden.
Wenn der Blick zunächst von typisierten Gegenständen wie Kopfbedeckung, Uniform, Waffe, Stiefel etc. angezogen wird, trägt ebenso die Haltung der Portraitierten (Ernsthaftigkeit der Gesichtszüge, die Kopf- respektive Körperhaltung oder der in die Ferne schweifende Blick) bei, den Betrachter ins weite Universum der Darstellung zu tauchen. Dabei bekommt die Künstlichkeit der porträtierten Figuren eine Natürlichkeit zurück, nichts scheint mehr gespielt und reiht sich in Tradition, in Wiederholbarkeit, in Reproduzierbarkeit ein und nimmt damit einen Zug von Zeitlosigkeit an. In den drei hier gezeigten Serien «Empire», «Orange Order» und «Hereros», stellen die porträtierten Personen betont ihre zahlreichen Abzeichen zur Schau, um ihre Gruppenidentität zu demonstrieren, der Einheit den Ausdruck zu verleihen oder gar den politischen Charakter der Gemeinschaft hervorzuheben. Dieses Gefühl der Gruppenzugehörigkeit geht einher mit dem Anschein der Macht.
Wenn die Fotoserien «Empire» und «Orange Order» uns in eine aussergewöhnlich reale Welt katapultieren, so wirken die Bilder bei «Hereros» unscharf und uneinheitlich. Wir müssen uns deshalb fragen: in welchem Universum befinden wir uns? Denn zwischen Spiel, Inszenierung und Vorstellung sind die Grenzen fliessend. Charles Fréger sucht in seiner Arbeit genau diese Ambivalenz, dieses «sowohl als auch» auszudrücken: wie überlagern sich Beziehungen zwischen Individuen und sozialen Gruppen und wie setzt man diese sinnvoll in Szene? (Géraldine Delley)


Charles Fréger (1975) est diplômé de l’Ecole des Beaux Arts de Rouen. Il se consacre depuis 1999 à la réalisation de portraits en uniforme, portant ainsi sa réflexion sur la société et les individualités qui la composent. Il est le fondateur du réseau « Piece of Cake » (collectif européen de photographes). Photographe de séries, il expose ses travaux dans toute l’Europe ainsi qu’aux Etat-Unis, en Chine et au Japon. Ses séries sont regroupées dans près d’une douzaine d’ouvrages. www.charlesfreger.com

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