© Oliver Lang
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"Weekend", seit 1999

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 Auf den ersten Blick erinnern die Fotografien der Serie “Weekend” an herrliche Landschaften auf Postkarten, die mit ihren lebendigen Farben unsere eigenen Erinnerungen wachrufen. Beim näheren Hinsehen wird der Betrachter vom prächtigen Rahmen und dem geschäftigen Treiben verführt. Bezaubernd und intrigierend wirken die Personen, die nach Harmonie mit sich und der Natur streben.
Die Harmonie ist greifbar, die Protagonisten wirken als ob sie posieren würden. Darin liegt der Kern der Arbeit von Oliver Lang, der bewusst gewählte Rahmen mit zufälligen Inszenierungen bespielt. In seinen ausdrucksstarken Bildern beschäftigt sich Lang mit den Fragen um das Gefühl der Zugehörigkeit und der Stelle, die ein Individuum in einer Gemeinschaft einnimmt. So erweckt er beim Betrachter das Gefühl, an einer Wochenendzeremonie mit ihren spezifischen Ritualen teilzunehmen.
Oliver Lang interessiert sich für Verhaltensweisen des Menschen in der Freizeit, seine Auffassung der Natur und die Muster, die er reproduziert, wie zum Beispiel das Versammeln in Freizeitanlagen. Diese sind in Langs Werk selbst Mittel der Repräsentation. “Ein Muster, ist eine Denkweise”, sagt der Fotograf. Auf die Motivsuche begibt er sich zuerst ohne sein Material, um anschliessend, meistens am Wochenende, an den Ort zurückzukehren, mit seiner Linhof Technika – der Kamera, die er immer dann benützt, wenn er an seinen persönlichen Projekten arbeitet – ausgerüstet mit einem Stativ und viel Geduld. “Ich suche Orte, Augenblicke, wo etwas entsteht. Für einige Bilder greife ich fast nicht ein, um so zu erreichen, dass man sich fragt, ob es eine Inszenierung ist oder nicht. Das braucht Zeit.” Was resultiert, ist eine erstaunliche Sammlung, gezeichnet durch die Begegnung des Zufalls mit gekonnt organisierter Komposition. Jeder Mensch scheint am richtigen Platz zu sein, als Teil einer Gemeinschaft, in der jeder durch präzise Rituale und Codes in einem etwas schweizerischen, fast perfekten Dekor die kleinen Glücksmomente anstrebt. Die hier gezeigte Serie ist Teil eines grösseren Projektes, das Olivier Lang 1999 angefangen hat und das sich noch über mehrere Sommer erstrecken wird. (Michelle Joyce)


Oliver Lang (1966, Luzern) studierte Fotografie an der Hochschule der Künste in Zürich (1992–1997). Er arbeitet als unabhängiger Fotograf in Lenzburg (AG) für Zeitschriften und im Bereich der Werbung und Architektur. Seine persönlichen Arbeiten wurden in der Schweiz, in New York, Moskau und Tokio ausgestellt. Er ist Gewinner des Michel Jordi Preises 1996, des eidgenössischen Wettbewerbs für Design, Swissdesign, 2004, und wurde mit einem sechsmonatigen Atelieraufenthalt in New York ausgezeichnet. www.oliverlang.ch

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